2018 – …und dann renne ich davon!

	
			‚Alzheimer‘ ist schnell gesagt, leichtfertig gesagt.
				Es gibt viele dumme Sprüche darüber.
So sehr du kannst

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Ich haste durch den Flur, um nachzusehen, ob bei dir alles in Ordnung ist, und hinter meiner Stirn sitzen Sätze, von denen ich nicht mehr weiss, ob ich sie wirklich gesagt habe. Es ist, als ob eine Fremde aus mir herausspräche.

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…und dann renne ich davon!

Ich ertrage es nicht mehr und renne auf die Dorfstrasse, renne zur Bäckerei und in den Laden, und blende aus, dass du allein zuhause bist.

Dem tagelangen, wochenlangen Antworten auf Fragen, auf die immer gleichen Fragen, in aufsässigem Ton gestellten Fragen, renne ich davon. „Welche Schuhe muss ich anziehen? Soll ich wirklich diese Schuhe anziehen? Weshalb nicht die anderen Schuhe? Warum gerade diese Schuhe? Warum muss ich eine Jacke anziehen?“ Und so weiter, und so weiter…

Weglaufen, davonrennen, frei werden. Und nein! Es kommt kein schlechtes Gewissen auf! Es kommt Wut auf – eine erwachsene Wut, die dich als Erwachsenen anspricht!„Bei dir weiss er, dass du ihn nicht fallen lässt“, sagt die Schwägerin später am Telefon. „Deshalb reagiert er in seiner Abhängigkeit so aufsässig.“

Doch die Scham versagt zu haben, die grosse Aufgabe des Schicksals nicht gemeistert zu haben, ist trotzdem da. Ich fliehe meinen Blutsbruder, meinen Liebsten, meinen Mann.

Doch mit dem Abstand meiner Flucht erkenne ich auch, wie in umgekehrter Reihenfolge deine Fähigkeiten verloren gehen, Schritt für Schritt. Du kehrst zurück ins Fragen, ins Hinterfragen von Alltäglichem, und nimmst mich in die Pflicht, dir Halt zu geben. Und dabei habe ich immer noch die Hoffnung, dass wir vom Schlimmsten verschont bleiben, solange wir nur zusammen sind.

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„Ich hab’ dich lieb. Wie geht es dir?“ Du streichst mir über den Rücken, immer und immer wieder, sobald ich mich von der Stuhllehne zum Computer vorbeuge. Die Not ist gross und die Leere. „Ich hab’ ja nichts mehr.“ Und: „Ich weiss nicht, wie’s weitergeht. Was soll ich machen?“ Es sind Sätze, die ich wörtlich nehmen muss.

Wir erleben Tage, an denen die Haut sich nach aussen kehrt, und das Gleichgewicht auf Spitzen geht.

An solchen Tagen verbiete ich dir das Wort –, auch wenn meine Härte nur eingetauscht wird gegen fünf Minuten Stille.

Doch an solche Tage werde ich mich erinnern, wenn du keine, immer gleichen Fragen mehr stellen wirst, die sich mir jetzt noch ins Zwerchfell fressen. An solche Tage werde ich mich erinnern…

Und wenn ich dich jetzt einmal wirklich sehe, – selten, kurz –, spüre ich den Schmerz bis in die Fingerspitzen, und die Hitze des Erkennens fegt durch mich hindurch.

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Ich versuche auszubrechen aus unserer engen Welt, die immer enger und enger wird. Ich habe im Internet zwei Safaristühle ersteigert, und nehme sie zum Anlass für eine Reise im Panoramawagen der Bahn durchs verschneite Gebirge. Wir werden sie in einem anderen Landesteil abholen.

Während der Fahrt nimmst du Weinflasche, Uhr, Handschuhe, Prospekte vom Tisch des Abteils und legst sie wieder hin, nimmst sie vom Tisch und legst sie wieder hin, eins ums andere, wie im Zwang, bis ich sie auf meinen Nebensitz lege, damit du zur Ruhe kommst. Das ‚Panorama’ fährt viel zu schnell an uns vorbei, als dass es für dich noch entzifferbar wäre. Der Blick aus dem Fenster verwirrt dich. Also strahlst du mich an, – und ich strahle nicht zurück, weil sich in der fremden Umgebung deine Krankheit geradezu unverstellt zeigt. Und auf der Rückreise am nächsten Tag, wehrst du dich, durchs Abteil zum Ausgang zu gehen, und wir verpassen unsere Station und stehen zwanzig Minuten auf der Plattform, weil ich den Wagen mit dir nicht noch einmal durchqueren will, wenn wir beim nächsten Bahnhof in den Gegenzug umsteigen müssen.

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Du findest dich nun auch im Dorf und in dieser Wohnung nicht mehr zurecht. Ich beantrage Hilfe von der Altersbetreuung. Die Frau, die uns vermittelt wird, fragt am Telefon: „Ist er noch am Kämpfen?“, so als ob in dir etwas ist, das bekämpft werden könnte, wo doch nur zählt, dass alles so bleibt wie immer.

Und was würde geschehen, wenn du den Verlust deines Verstands akzeptiertest, wenn du nicht mehr wütend riefst: „Ich bin nicht krank!“

„Geniessen Sie es, solange er noch so gut sprechen kann“, sagt sie, Botin des Unglücks! – Um Himmels Willen! Ich wäre froh, sie wäre weniger direkt!

Du sitzt in meiner Schreibstube, die voll ist mit Büchern, die du nicht mehr lesen kannst. Du sitzt im mitgebrachten Safaristuhl, der nun dein Platz geworden ist und der dir Ruhe gibt. Du hast die Augen geschlossen und lauschst Bachs Cellokonzert. Und in die Musik hinein sagst du: „Es ist alles vorbei…“

Noch versuche ich, das drohende Vergessen zu verdrängen, weil Veränderung nicht sein darf. Noch bringe ich uns mit meiner Strenge um unsere verletzte Lebendigkeit.

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Zum dritten Mal setzt du das Badezimmer unter Wasser. Du wirfst Unmengen Papier in die Kloschüssel und spülst, und es verstopft, und du spülst wieder und wieder, weil du hoffst, dass das Papier mit dem Wasser verschwinden würde. Aber das Wasser läuft über den Rand der Schüssel auf den Boden, saugt sich in die Teppiche, kriecht in die Dusche, und du spülst weiter und weiter. Dann ist es ruhig, so ruhig, dass ich aufmerksam werde und nachschaue.

Bei den ersten beiden Zwischenfällen ging ich noch davon aus, dass du verstanden hast, dass deine ‚Spültaktik‘ falsch ist. Aber nun muss ich einsehen, dass du nicht mehr folgern kannst. Und ich muss einsehen, dass ich dich von jetzt an zur Toilette begleiten muss.

Und seit letzter Woche gehen wir nicht mehr ins Restaurant, weil du mit deiner Unberechenbarkeit die Ruhe störst, die dort gewünscht wird. Die junge Wirtin hat mich zur Seite genommen und mir zu verstehen gegeben, dass du woanders essen sollst.

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Frühling

Jeden Tag von Neuem bestehe ich darauf, dass du das Geschirr mit der Bürste abwäschst und nicht nur mit dem Wasserstrahl, dass es mit dem Geschirrtuch und nicht mit dem Handtuch getrocknet wird, dass das Fett auf dem Tisch nicht mit dem Geschirrtuch weggewischt, der Abwaschlappen nicht für den Fleck auf dem Boden benutzt, und die Butter in den Kühlschrank und nicht in den Geschirrschrank geräumt wird. Du hast die Regeln verloren und fühlst dich von mir schikaniert. Andererseits gebe ich dir Orientierung, wenn du dir die Hände waschen willst nach dem Frühstück und vor dem Spülbecken stehst und nicht mehr weisst, wie das Wasser aus dem Hahn kommt.

Später drehst du dich mitten in der Küche um dich selbst und kennst die Richtung zum Badezimmer nicht mehr.

Doch einen Rest von Überblick ist dir noch geblieben: deine Wollmütze, deine Handschuhe aus Lammfell, das Pack Taschentücher, das Portemonnaie, die Uhr, – das alles liegt auf deinem Nachttisch, und du registrierst jedes Fehlen. Dieser Nachttisch ist das, was von deinem Revier noch übrig geblieben ist. Überall sonst in der Wohnung bist du ein hilflos Suchender geworden.

Und deine Geschichten sind weg, deine Anekdoten, mit denen du dich den Menschen näher gebracht hast. Nun erzähle ich dem Besuch in Stellvertretung Episoden aus deinem Leben, und du nickst dazu und lächelst. Unsere gemeinsame Geschichte erzähle ich nur noch selten.

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Du verlierst den Verstand, den Stand: den Stand als mündiger Bürger, den Stand in der eigenen Sicherheit, auf den eigenen Beinen. Dich festzuhalten, ist nun meine Aufgabe. Und wenn mich die Not schüttelt, verberge ich sie vor dir und halte dich, auch wenn ich selbst wanke.

Tüchtigkeit und Stärke, Bestimmtheit und Strenge und helfen, helfen, helfen, waren das Lebensmuster meiner frühen Jahre. Unsere Ehe hatte mich davon befreit. Doch nun ist dieses Helfen wieder da, zusammen mit der Einsamkeit, die wie sein Zwilling dazugehört.

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Und immer werde ich gefragt: „Wie geht es ihrem Mann?“

Und manchmal stelle ich mir vor, ich stürzte mich in den Fluss, der hier nicht tief genug ist, um unterzugehen, doch reissend, um gegen Steinbrocken zu schlagen. Ich stelle mir vor, all die schönen Bücher, die ich hergestellt habe, ins Wasser zu werfen als Sinnbild unserer Katastrophe – und sie würden endlich wahrgenommen, und ich würde endlich wahrgenommen. –

Ist dies ein Hilfeschrei? Ja, das ist es: Ein Hilfeschrei an niemanden.

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Aber noch geht der Blick aus dem Küchenfenster nach Norden, noch führt hinter den Häusern der Nachbarn der Weg durch das Hochtal hinaus und hinunter durch die Schlucht ins Unterland, aus dem wir hergekommen sind.

Noch ist dieser Blick das Ergebnis unseres Wagnisses, das mehr hätte sein sollen als Mann und Frau und das mehr hätte werden sollen als ein ‚Ja‘.

Es ist noch nicht lange her, da meinte ich, ich sei eine, die liebt, doch nun entpuppe ich mich als eine mit einer irrlichternden Vorstellung über sich. Dass ich uns nicht wahrnahm, dass ich tagträumte, ohne mich zu fragen, wer das wirklich ist, dem ich ‚ja‘ gesagt habe, das realisiere ich erst jetzt. Und erst jetzt fällt mir auf, dass du zu meinem Träumen geschwiegen hast.

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Wahrnehmen und Nachfragenwäre der Schlüssel gewesen zu dir und zu mir, der Schlüssel, den ich nicht in die Hand genommen habe. Und jetzt, wo ich ihn ergreife, finde ich nicht mehr dieselben Menschen vor, die wir waren.

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„Ich weiss es nicht mehr“, ist einer deiner neuen Sätze. Ein Satz, der dich fassungslos zurücklässt. „Ich weiss es nicht mehr.“ Und: „Es ist nichts mehr.“ Du suchst deine Lammfellhandschuhe und die Wollmütze und ziehst sie an, als ob sie dich zusammenhalten könnten. Du ziehst sie an im Bett, in der Küche, neben mir am Schreibtisch. Vor dem Schlafen rollst du dich in die Bettdecke ein, schlingst sie um dich, ganz eng, als ob du deine Grenzen spüren müsstest – und es braucht unerträglich viel Zeit, bis du Ruhe findest.

Und ja: Ich bin genauso wie du auf einer Reise zum Rand der Möglichkeiten und überdecke die Leere ebenso mit der Suche nach meinen Grenzen, um nicht verloren zu gehen.

Unser bürgerliches Leben ist in Unordnung geraten. Wir sind aus ihm herausgeschleudert und lassen immer noch nicht los. Ich schütte mich mit Dingen zu, decke mich ein, bis kein Platz mehr in den Schränken ist, und die Teppiche doppelt liegen; tagelang suche ich das Richtige auf Auktionsseiten im Internet, als ob ich die Teile meines zerbrechenden Lebens noch mit Gefundenem zusammenhalten könnte. Und du sitzt immer neben mir und bist zufrieden, dass du neben mir sitzen darfst. Und ich wende den Blick ab von deinem, der meinen sucht und fleht, die Bedürftigkeit ungeschehen zu machen und das schwindende Selbst. – Dieser Blick dringt in mich, unerträglich distanzlos, doch anrührend, bis ich in mir ganz verschwinden muss.

Werde ich in einem Jahr noch wissen, worüber ich hier schreibe? Werde ich noch wissen, wie sie waren, die nächtlichen Stunden – durchweint?

Werde ich mich in einem Jahr noch daran erinnern, wie es ist, auf dem Sofa zu sitzen, auf dem ich nun auch schlafe, und den Raum so klar zu sehen und in meinem Rücken die Nacht zu spüren, die hervorkriecht? Nie sehe ich klarer, als wenn ich geweint habe. – Werde ich mich in einem Jahr noch daran erinnern?

Und am nächsten Morgen beruhige ich dich: „Alles ist gut, alles ist in Ordnung!“ Aber gerade die Ordnung, die wir unserem Leben gaben, stellst du jetzt infrage, jeden Tag neu: „Warum muss ich Schuhe anziehen? Warum brauche ich eine Jacke? Warum muss ich die Zähne putzen? Warum muss ich mich rasieren?“ Und so weiter und so weiter. Ich halte dich, ich halte stand.

Zudecken, einwickeln, eng machen, sichern, bis die Haut zu spüren ist.

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Und dann predige ich der Nachbarin am Telefon, sich gegen die Angriffe des Schicksals nicht zu wehren, ihnen mit Weichheit den Wind aus den Segeln zu nehmen, und so weiter und so weiter…

Und später entgleisen mir meine Gesichtszüge für Stunden, weil ich mit einer Ungeheuerlichkeit, mit der du mich erschreckt hast, nicht fertig werde. Mein Gesicht entgleist, mein Leben entgleist, und du entgleitest mir.

Und dann: „…Den Angriffen den Wind aus den Segeln nehmen…!“ – Was für eine Anmassung!

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Mail an C.

Ich gehe sehr beruhigt an die Frühjahrsmesse. M. ist seit heute im Bezirkshauptort im ‚Ferienzimmer‘ eines Altersheims, das spezialisiert ist auf Alzheimer-Demenz. Er hat letzte Woche schon in der dortigen Tagesstruktur ‚geschnuppert‘ und mit einem ehemaligen Tierarzt geplaudert, der ein Bewohner des Heims ist.

Das Heim hat ein gutes Konzept, die Pflegenden werden weitergebildet, die Räumlichkeiten sind für die Bedürfnisse der Dementen gebaut und bieten unglaublich viel Platz. Ausserdem hat es einen grossen Garten.

Und Wochen später ein Glas Wein nach langer Zeit und eine kurze Vergnügungsreise. Lust und Leichtigkeit, in der Welt zu sein.

Und am Abend wickelst du dich in deine Bettdecke, stehst auf und wickelst dich von Neuem ein, immer wieder. Nach ein oder zwei Stunden des Schlafs stehst du neben mir und weckst mich: „G.s.D. bist du noch da!“ Ich bringe dich ins Schlafzimmer zurück und helfe dir, dich wieder einzuwickeln. Dann lege ich mich von Neuem aufs Sofa, um nach zwei Stunden wieder geweckt zu werden. Im Halbschlaf höre ich dich im Flur hin und her tappen.

Es gibt keinen Moment mehr, in den ich mich fallenlassen könnte, weder am Tag, noch in der Nacht. Es ist, als ob du mein Leben besetzt hieltest.

Doch die Enge, die mich erdrückt, beschwört gleichzeitig meine Sicherheit.

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Und dann ist der Moment da – ohne ein Mittel dagegen, ohne Einwand, – 8. Mai: Der andere Ort, das Pflegeheim.

Ich trockne die Tränen
Ich trockne mein Kind mit dem grossen
Tuch der Gegenwart
Ich trockne es nach dem Bad
Ich trockne die Brüste der Frau
die Schenkel
Du und ich sind zwei
Der Riss ist jetzt, doch er ist Jahre alt

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Mail an H.

M. ist im Pflegeheim, seit letztem Dienstag, voraussehbar und plötzlich zugleich: ein Schnitt, der wehtut.

Und – wie Du auch von Dir erzählt hast – nebst dem Schmerz plagen mich Schuldgefühle: zu früh aufgegeben zu haben, zu wenig liebevoll gewesen zu sein, ihn immer noch als den Mann gesehen zu haben, mit dem ich verheiratet bin und ihn damit überfordert zu haben. Auch das Heim und die Alzheimerberatung sagen, dass solche Selbstvorwürfe normal seien; wenn ich’s denn für mich glauben könnte…

Nun sitze ich hier an diesem schönen Ort, in dieser schönen Wohnung mit den drei Balkonen und bin allein und frage mich, wozu das alles gut ist – ohne ihn.

Mail an C.

Dass ich mehr Zeit für mich habe, kann man so sagen: M. ist nun im Pflegeheim seit einer Woche. Es ging sehr schnell. Sie hatten eine Schlafnische frei im Gemeinschaftsraum für Alzheimerpatienten. Und ich wollte unbedingt, dass er dort ein Bett hat, um nicht in einem Einzelzimmer schlafen zu müssen. Alzheimerpatienten haben Angst in der Nacht, wenn sie allein sind. Das habe ich auch erfahren müssen.

Ich habe wieder Zeit für mich, ja, aber ich bin fürchterlich traurig, dass er nicht mehr da ist.

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Sommer

In den Jahren unserer Ehe dachte ich manchmal, ich müsste doch über uns schreiben: Hymnen, Gedichte, Gesänge. – Aber ich musste nicht, denn nichts tat weh –.

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Mail an den Gerontopsychiater und die Hausärztin

Gestern im Pflegeheim habe ich erfahren, dass Sie, Herr Doktor, vor einigen Tagen ein neues Medikament verschrieben haben, und anscheinend hat M. nun ruhigere Nächte.

Ich frage Sie: Weshalb konnte dieses Medikament nicht schon gegeben werden, als er noch zuhause war, und ich an den Rand meiner Kräfte geriet, weil ich wegen seiner Unruhe nicht mehr schlafen konnte?

Ich frage mich, weshalb regelmässige Untersuchungen und Gespräche über den Patienten erst im Heim koordiniert und gewährleistet werden.

Auch eine pflegerische Unterstützung zuhause wird von den einzelnen Institutionen auf ein Minimum beschränkt (von der Altershilfe auf zwei Mal pro Woche einen halben Tag Entlastungsdienst – höchstens!).

Die Angehörigen müssen sich die Hilfe bei unterschiedlichen Institutionen mit einem grossen Organisations- und Energieaufwand zusammensuchen.

Diese verschiedenen Stellen, die sich mit den Problemen des Alters beschäftigen, sind weder koordiniert, noch arbeiten sie zusammen. Und ich als Angehörige musste schauen, wie ich irgendwie zu Hilfe kam, von der ich den Eindruck habe, das sie mir nur fürs Nötigste gegeben wurde.

Die private Pflege wird im Vergleich zur institutionellen Pflege so marginal unterstützt, dass sie scheitern muss – scheitern soll?

Ich möchte M. zuhause pflegen. Was können Sie mir anbieten, damit dies möglich ist? Ich hoffe sehr auf Ihre Unterstützung und bin bereit, dafür zu bezahlen.

Mail des Gerontopsychiaters

Die Betreuung und Pflege, aber auch eine medikamentöse Behandlung stellt bei Demenzbetroffenen eine grosse Herausforderung dar. Gerne unterstütze ich Sie in Ihrem Vorhaben Ihren Mann zuhause zu pflegen. Ich kann Ihnen einen Termin in der Klinik anbieten. Dann können wir schauen, was es braucht und was möglich ist.

Mail der Hausärztin

Ich akzeptiere ihren Vorwurf, aber ich habe mit dem Gerontopsychiater bereits gesprochen, er hatte damals klar andere Empfehlungen gegeben. Wir haben uns an diese gehalten.

Mail an die Hausärztin

Ich sehe Ihr Argument. Es hat mich einfach verletzt, dass im Heim sehr schnell eine Lösung für die Unruhe von M. gesucht und anscheinend gefunden wurde, und ich mich wochenlang mit seiner Schlaflosigkeit herumplagen musste. Und vor allem: dass ich ihn deswegen weggeben musste!

Ich werde mich am nächsten Montag mit dem Gerontopsychiater treffen. Dann sehen wir hoffentlich weiter.

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Am Nachmittag sitzt du auf einem der Sofas und tanzt mit den Händen zur Radiomusik.

„Komm“, sagst du: „Wir gehen hier fort und laufen nach hause. Oder traust du dich etwa nicht?“ Du zeigst mir im Garten die Stelle, an der du versucht hast über den Metallzaun zu klettern und zu fliehen. Du hast einen Plan, für den du mich ins Vertrauen ziehst, – mich, die dich hier zurücklässt.Du bist seit neunzehn Tagen im Pflegeheim.

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Mail an C.

M. ist jetzt seit fast drei Wochen im Pflegeheim, und ich leide sehr unter dieser Trennung. Vor allem auch, weil wir so im Stich gelassen worden sind von den Ärzten und Institutionen, als er noch zuhause war. Es musste so kommen, man hatte es uns ja vorausgesagt – und erst etwas verändert, als er dann im Heim war (Medikation, Kontinuität, Setting). Ich muss aufpassen, dass ich nicht verbittere darüber.

M. hat sich bereits am Neuen orientiert, sodass ich ihn nicht mehr herausreissen kann, – um dann wieder allein mit der Situation fertig werden zu müssen und in wenigen Monaten wieder an den Rand meiner Kräfte zu kommen.

Mail von C.

Das ist wirklich furchtbar traurig. Und ich kann mir vorstellen, wie schlimm die Trennung ist. M. ist solch ein liebenswürdiger Mensch, der nur das Allerbeste verdient hat. Ich wünsche Dir so sehr jemanden, der oder die Dir in dieser schweren und belastenden Zeit eine Stütze sein kann.

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Weil ich dich im Heim zurücklasse und nicht mit nach hause nehme, misstraust du nun meiner Liebe. Meine Entgegnung auf deine Vorwürfe tröstet dich nur im Moment: „Nicht ich will, dass wir getrennt sind, der Himmel will es…“

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Mail von J.

Der Besuch gestern bei M. zusammen mit Dir hat mich sehr bewegt und berührt. Eure grosse Liebe und Nähe und gleichzeitig die Not-Wendigkeit der Trennung wahrzunehmen, hat mir nochmals verdeutlicht, mit wieviel Leid und Schmerz dieser ganzen Prozess besetzt ist. Ich finde es sehr stimmig, wenn Du ihm versuchst zu erklären, dass das Schicksal verantwortlich sei für diesen notwendigen Weg der (äusseren) Trennung. Damit seid Ihr beide entlastet, und das ist sehr wichtig, denn niemand von Euch ist schuld!

Ich werde Euch weiter zur Seite stehen, so, wie es mir möglich ist und Du/Ihr es möchtet, auch wenn ich mich gestern – wie häufig früher bei meiner Tätigkeit als Pfarrer im Altersheim – immer wieder hilflos und ohnmächtig fühlte. Aber vielleicht hat die Ohnmacht ihren eigenen Wert in dieser machtbesessenen Welt.

Mail an J.

Ja, Ohnmacht – ich versuche ihr zu begegnen mit dem Annehmen des Schlimmen und mit der Trauer darüber. „Alls, was gschiet, isch guet“ – diesen Satz hat M. früher viel gebraucht, wenn das Schicksal gegen unsere Pläne uns einen anderen Weg einschlagen liess. Deshalb benutze auch ich diesen Satz: „Alls, was gschiet, isch guet.“

Für mich ist Deine Anteilnahme und Deine Unterstützung ein grosser Trost – ich kann gar nicht sagen, wie sehr…

Ich schreibe dir in eine Kladde Versatzstücke von Botschaften, Fragmente von Liebesschwüren, auf jede Seite ein Wort, einen Satz, den man dir vorlesen kann, der sich dir vielleicht noch der Spur nach entziffert. Ich schreibe meine Litaneien mit dickem schwarzem Stift in riesigen Blockbuchstaben.

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Mail an den Gerotopsychiater

Ich war heute bei meinem Mann. Er halluzinierte fast die ganzen anderthalb Stunden, die ich bei ihm verbrachte. Er sah Menschen in Wänden, und in der Erde sah er das Zuhause. Wenn er sprach, schloss er die Augen. Allgemein machte er auf mich den Eindruck, um Jahre gealtert zu sein. Muss M. nun zusätzlich zur erhöhten Dosis Trazodon ein anderes Medikament einnehmen, das eventuell die Halluzinationen hervorruft? Er sprach auch auffällig viel über Angst und Nicht-Angst. Ausserdem hat er zum ersten Mal eingenässt, bevor er die Toilette erreichte, wie mir die Stationsleiterin erzählte.

In diesen vier Wochen Pflegeheim hat sich sein Zustand massiv verschlechtert, und er hat extrem zugenommen. Darauf angesprochen, antwortete die Leiterin der Tagesstruktur mit „gutem Appetit“ und „tut sich etwas zugut“. Mein Mann hat aber schon seit einiger Zeit kein Sättigungsgefühl mehr und auch kein Mass für Mengen. Er isst alles, was man ihm vorsetzt. Ausserdem hat er Altersdiabetes, deren Werte ich mit der Ernährung in den Normalbereich steuern konnte. Deshalb dürfte er auf keinen Fall soviele Süssigkeiten essen, wie sie angeboten werden. Ich möchte Sie bitten, ob Sie ihm Diabeteskost verschreiben könnten, da die normale Kost zu einer solchen Gewichtszunahme führt, und vielleicht in der Anfangszeit nur eine halbe Portion, damit er wieder seine Dickleibigkeit verliert. Er neigte schon immer zu Adipositas.

Ausserdem roch mein Mann sehr stark aus dem Mund, weswegen ich ihm Zahnpasta und Zahnbürste mitbringen musste (die Tagesstruktur führt so etwas nicht). Anscheinend putzen die Patienten ihre Zähne jeweils nur morgens und abends auf dem Zimmer. Mein Mann hat aber praktisch noch alle seine Zähne, und ich möchte nicht, dass diese leiden. Das Heim hat die Verantwortung, dass die Zähne gepflegt sind (gerade nach Süssspeisen), und dass keine Zahnarztkosten anfallen. Ausserdem war die letzte Zahnbehandlung für meinen Mann eine beängstigende Tortur. Er hatte sich heftig dagegen gewehrt, sodass sie abgebrochen werden musste.

So wie das Heim im Moment die Verantwortung für die gesundheitliche Vorsorge zum Teil nicht übernimmt, fällt es mir schwer, Vertrauen in die Leitung zu bekommen. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie sich so bald wie möglich mit der Pflegeleitung in Verbindung setzen könnten, damit vor allem die Diabeteskost angeordnet werden kann.

Ich hoffe, dass meine Sorgen bezüglich der Ernährung und der Zahnpflege nicht mehr nötig sein werden. Aber vor allem wäre ich froh, wenn ich wüsste, weshalb sich sein Zustand generell so verschlimmert hat.

(Im Rückblick sehe ich, dass du dich im Heim endlich entspannen konntest. Du musstest dich nicht mehr für mich oder den Anspruch an eine ‚Normalität‘ zusammenreissen. Du konntest dich gehen lassen und so dement und so hinfällig sein, wie du wirklich warst. Das hat sich bestätigt, weil der Schmerz an deinem Bein und dein nervöses Nägelreissen nach einigen Tagen verschwunden waren.)

Mail des Gerontopsychiaters

Ich habe soeben mit der Stationsleitung telefonieren können. Halluzinationen sind der Pflege bisher keine aufgefallen, evtl. ist es einmalig in diesem Moment gewesen. Die Pflegenden werden nun verstärkt darauf achten und mir eine Rückmeldung geben. Bzgl. abendlicher Unruhe und Schlaf hat sich weiter eine Verbesserung ergeben, so dass ich ein weiteres Medikament zur Nacht (Sequase 25mg) gestoppt habe.

Blutzucker/Gewicht: Die Diagnose scheint nicht bekannt zu sein, habe ein BZ-Tagesprofil und eine Gewichtsmessung verordnet. Sollte dies positiv ausfallen, müsste auch hausärztlicherseits reagiert werden. Die Anpassung der Kostform ist auch Thema im Angehörigeneintrittsgespräch, (das noch nicht stattgefunden hat). Zähneputzen: Dies wird nun in der Tagesstruktur umgesetzt.

Mail an den Gerontopsychiater

Ich danke Ihnen sehr dafür, dass Sie so rasch reagiert haben.

58

Herbst

Ich halte dich in den Armen, und du drückst dich an mich und bedeckst mich mit Küssen. Ich erkenne dein Fleisch, deinen Leib, ich erkenne den Duft deiner Haare.Ich präge dich mir ein, als ob ich mir für die Tage unserer Trennung Vorräte anlegen müsste.

Einmal sagst du: „Ich bin ein armer Mann, ich kann nichts mehr. Mein Kopf. Ich habe keinen Kopf mehr, ich habe nur noch ‚pffft‘…“

Und dann gehe ich und lasse dich zurück und sehe, wie du wieder in dir selbst verschwindest.

59

Im Notizbuch steht: „Wir streifen durchs Gebüsch, Hand in Hand, den Kiesweg hinunter, dem Maisfeld entlang. Im Wald setzen wir uns auf einen der Baumstämme, die den Strassenrand begrenzen. Frauen mit Hunden kommen vom Sportplatz her und grüssen, und du legst deinen Kopf an meinen Hals.

Die Rückkehr ist bitter: das Abenteuer unserer Entdeckung, – nach langer Zeit wieder ein Abenteuer, wie wir sie früher mit Lust herausgefordert haben –, es geht zu Ende. Wir steigen die steile, lange Treppe die Böschung hoch, essen noch einen harten Pfirsich im Café des Heims und vollziehen wieder unsere Rückverwandlung vom Paar, das die Welt zusammen erkundet, hin zu Getrennten, die, jedes wieder für sich, in seine Welt eintrauert.“

Im Notizbuch steht: „Dein Schnauz ist abrasiert, und zum ersten Mal sehe ich deine lange Oberlippe, die hinter der Unterlippe liegt, und ich sehe deine Falten neben dem Mund, die sich tief eingegraben haben.“

Im Notizbuch steht: „Was von mir als Ehefrau noch übrig ist, ist die Ankündigung der Pflegerinnen, wenn ich den Raum betrete. Dich überrascht es jedes Mal, dass du eine Frau hast. Und dann sagst du: ‚Es ist ein Glück mit jemandem zu sein, der das Gleiche lebt wie man selbst. Du bist mein Mensch.‘ Plötzlich kommt dieser Satz wie vom Himmel gefallen.“

60

Ich rede vor mich hin, – in der Küche, im Bad, ja sogar im Bett. Ich bin doch keine, die allein ist. Ich bin eine, die mit dir ist, auch wenn du nicht mehr da bist.

Und ich bin eine, die dort zusammengekrümmt auf dem Sofa liegt und deine Brust in ihrem Kissen sucht, die nicht weiterweiss und dich in sich befragt und hofft, du gäbest Antwort. Ich bin eine, die alleingelassen Zeitung liest am Küchentisch und nun für sich mit Bus und Zug durch die Welt fährt. Ich bin eine, die sich selbst fremd ist, aber den Weg weitergeht, nicht zurückweicht, – weitergeht; eine, die wahrnehmen will, was ist und danach handeln, mit wehendem Banner auf das Leben zuschreitend.

Denn da ist keiner mehr, der die Verantwortung übernimmt: Wenn etwas nicht geschieht, dann, weil ich es nicht geschehen lasse.

61

Östliche Sonne
Am Ufer
führen Kieselwege
dein Bild aus meiner Nacht
gemalt aus den Wellen
der Bucht, die dich
vermisst

Nun weiss ich, was gramgebeugt heisst: Ich bräuchte Engel, die mir beim Gehen unter die Arme griffen.

Wochenlang wälze ich mich in Schuld, dass ich dich all die Jahre nicht als Du gesehen habe, weil ich meine Vorstellungen über uns vor mir hergeschoben habe, und wir in einvernehmlicher Verstrickung miteinander verbunden waren.

Ich bin hier. Hier ist das Brot. Hier ist der Tisch. Hier bin ich. Das Jetzt ist mein Anker, denn die Leere der anderen Tischseite darf sich nicht auf mich werfen!

Das Schlimmste wäre, wenn ich beim Aufräumen eine Handschrift von dir fände, in der du dein Leben mit mir beklagtest.

Auf den wenigen Photos, die ich von dir in all den Jahren machen durfte, sehe ich beim Wiederbetrachten eine Verlorenheit, die dein Gesicht überspannt, und einen Blick, der sich nach innen kehrt.

62

Ich wache auf aus diesem Nachmittag, an dem ich mich in Bildern mit Kleidern, Schuhen, Geräten gesucht habe. Ich wache auf aus diesem Abend, an dem ich über Stunden belanglose Filme angestarrt habe. Ich wache auf, weil Nacht ist.

63

Im Notizbuch steht: „Wir steigen die Treppe hinunter zum Campingplatz. Du sagst: ‚Alles ist durcheinander geraten‘, – der Weg, das Gehen, der Wald sind durcheinander geraten. Ich stelle mir vor, – und kann es mir eigentlich nicht vorstellen –, wie es ist, wenn nichts mehr eingeordnet werden kann, und nur noch eine Hand – meine Hand – Orientierung gibt. Seit Jahren führe ich dich, suche deinen Weg – und meinen. Und jetzt endlich kann ich dir den Grund sagen, weshalb du im Pflegeheim bist, da du ihn selbst genannt hast: ‚Alles ist durcheinander geraten.‘

Auf dem Rückweg sagst du: ‚Es ist ein guter Ort, wo ich bin. Die Leute freuen sich, wenn sie mich sehen.‘ Und du bist froh, im Garten des Heims wieder bei den andern zu sitzen. ‚Wenn du dann fort gehst, bleibe ich hier‘, sagst du. – Nun bist du nicht mehr in meinem Dunstkreis.“

64

Winter

Lampen, eingelassen in der Betondecke, Gumminoppen in der Wand. – Du suchst in ihrer Anordnung Gesetzmässigkeiten und machst dir Sorgen: „Sie haben es vergessen. Sie müssen das zuerst noch erledigen.“ Ich sage: „Das sind Lampen, das sind Gumminoppen.“ Einen Moment lang bist du beruhigt, doch dann musst du wieder dafür sorgen, dass sie es zu Ende bringen.

65

Traum:

Eine Frau führt uns einen steilen Waldpfad hinunter, so steil, dass es dir nicht möglich ist weiterzugehen – auch nicht mit meiner Hilfe. Ich rufe die Frau zurück. Sie soll uns helfen. Doch ich bin nicht sicher, ob sie mich hört.

Drei Mal sagst du: „Schade, dass meine Frau nicht da ist, und dass sie das nicht erleben kann.“ Ich sage: „Ich bin doch deine Frau.“ Aber du bist nicht überzeugt davon. Einmal sagst du: „Ja, aber die andere…“

Traumbotschaft:

„Du bist keine, die geliebt werden soll, du bist eine, die liebt. – Warte nicht darauf, geliebt zu werden. Liebe selbst.“

66

Der Winterwind bläst durch die Tannen, und Schneefedern fegen über den Berg, an dessen Fuss du jetzt lebst. Du wartest nicht mehr darauf, dass ich dich mit mir nehme.

Später trinke ich Prosecco zum Abendessen. Doch das Trinken gräbt die Trauer aus, mit jedem Schluck tiefer.

Und dann fällt der Strom aus – nachts – und Schnee fällt. Wenn du jetzt bei mir wärst, könnte ich die Dunkelheit mit dir teilen wie früher auf der Insel, und es wäre, als ob sich die Furchtin gemeinsame Ratlosigkeit verwandelte.

67

Ich mache eine Liste der Möglichkeiten zur Flucht vor Weihnachten:

Ich könnte mir einen Ort ausdenken, nach dem ich unterwegs bin.
Ich könnte ein ‚offenes Haus‘ führen.
…und was macht die Kirche im Dorf für die Einsamen?
Der junge Bergsteiger hat auch nie mehr etwas von sich hören  lassen.
Vielleicht hätte das Hotel am Ort für mich allein gar keinen Tisch
Das Kloster bietet an, mit ‚Ihm‘ in Kontakt zu kommen, was ich so nicht sagen könnte. Aber ich könnte mich dort über die Tage einmieten – und wäre allein unter Fremden.
Ich könnte ans Meer reisen. Doch auch dort wäre ich allein…
Und hier: Würde diese Wohnung mit ihren weissen, kalten Wänden ein Zuhause werden, wenn ich alle Fensterläden herunterkurbelte? Wenn ich das Wohnzimmer in eine weltabgewandte Höhle
verwandelte?
Und zwischendurch vielleicht eine Postautofahrt in die Welt 
hinaus?

Mit dir zusammen habe ich mich auch nie gefragt, wer allein ist an diesen Tagen.

68

Traum:

Jeder Regentropfen hat seinen Platz. 
In der Morgensonne, am Ostufer der Insel, liegt ein Stein mit Samtfransen.
Das Licht flirrt in wilden Strähnen über das Meer, unter dessen milchig-blauer Haut sich Wolken aufgewühlten Sands dem Grund entlang wälzen.

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